Bolzen-Verdrehsicherung

Sind Bolzen höher belastet oder/und schmierbar ausgelegt, dürfen sie sich im Allgemeinen nicht verdrehen. Einerseits sollen die Schmierbohrungen nicht im Pressungsbereich zu liegen kommen, andererseits darf die Kerbwirkung dieser Bohrungen nicht in die höchstbelasteten Randfasern gelangen. In der Praxis finden sich, abgesehen vom klassischen Achshalter, die unterschiedlichsten Lösungen, oftmals mit Schweißungen und Bohrungen, die nachteilig für die (Dauer-)Festigkeit sind. Viele Ausführungen könnten als quasi Werknormen betrachtet werden, denen man die Vorlieben und Möglichkeiten früherer (eigener) Fertigungsmöglichkeiten ansieht! Die vorgeschlagene Ausführung der Bolzen-Verdrehsicherung geht – angenähert durch einfache Kreisbögen – vom Prinzip der geschlossenen Epizykloide und Hypozykloide (Hypotrochoide) aus. Deren Verwandte in Form des Innensechsrunds (Torx) und der Polygonprofile sind bekannt. Es liegt also ein mehrfacher Formschluss vor, der gedrungen bleiben kann und somit wenig Zerspanungsvolumen nach sich zieht, wobei obig erwähnte Schweißungen und Bohrungen samt deren Nachteilen entfallen. Die Ausführungsmöglichkeiten wurden bereits umfangreich mittels Excel (Optimierung via Solver) und CAD beleuchtet. Dies und Prinzip-Skizzen samt mathematischer Herleitungen können zur Findung einer bestmöglichen Ausführung zur Verfügung gestellt werden.

Obiges ist die Beschreibung eines am 18.01.2017 ans ASI übermittelten Projektantrags, dem folgendes Schicksal beschieden war:
“Das Komitee 029 hat in seiner 629. Sitzung, am 21. Juni 2017 folgendes bzgl. Ihres Projektantrages beschlossen: Da dieses Normprojekt derzeit keine Marktrelevanz aufweist und sich auch keine weiteren Stakeholder für eine Beteiligung an der Mitwirkung eines derartigen Normprojektes während der Einspruchsphase gemeldet haben, ist das Komitee 029 der Meinung, dieses Vorhaben nicht zu starten. Es wird daher einstimmig beschlossen, den Projektantrag nicht in das Arbeitsprogramm aufzunehmen und daraus folgend kein Normprojekt zu starten.”

Da die “Beschreibung, was sein würde, wenn die Norm/ONR nicht er- oder überarbeitet wird” lautet: “Dann würde ich meine Erkenntnisse als bereits vorliegende Excel-Berechnungen auf meiner privaten Homepage www.excelution.at präsentieren.”, biete ich für Interessenten 2 Downloads an:

Die Excel-Datei enthält, ausgehend von der einst selbst entwickelten singulären Parabel, die mehrfachen Zykloiden und deren Vereinfachungen, wobei der Sonderfall als “einfachste” Form auch für die optimierte Auslegung zur Verfügung steht:

Die STEP-Baugruppen-Datei beinhaltet dazu alle 5 Varianten, wie sie in der Excel-Datei optimiert wurden. Die Ausführung ist dabei die – zumindest für mich – denkbar einfachste, da die Verdrehsicherung zugleich die Aufgabe der Lagerung übernimmt (Dicke t muss entsprechend erhöht werden) und der Kopf durch einen Sprengring nach DIN 5417 für Wälzlager gemäß DIN 616 gebildet wird. Wenn die dafür erforderlichen Toleranzen nicht (wirtschaftlich) umgesetzt werden können, oder ein (fixer) größerer Kopf benötigt wird, dann braucht es eine entsprechende Aufgabenteilung:

Klappmechanismus

Man stelle sich ein Gerät vor, das zum Zwecke des Straßentransports auf eine zulässige Breite gebracht werden muss, was durch 180°-Klappung der äußeren Segmente erfüllt wird.
Veränderungen an einem vorgegebenen Serienstand führen zum überraschenden Klapp-Versagen, weil dessen Reserven bis dahin offensichtlich unbekannt sind!
Nach Überprüfung des sich als ausreichend herausstellenden Hydraulikdrucks mag der 1. Reflex der Ruf nach einem “stärkeren” Zylinder sein. Da größere Kolben im Allgemeinen alles andere auch mitwachsen lassen, außer man kreiert einen absoluten Sonderling, ist ein bloßer Austausch zufolge unterschiedlicher Laschen- und Bolzenabmessungen und vor allem gleicher Einbaulänge und ursprünglichem Hub praktisch unmöglich.
Stellt sich also die Frage nach dem Optimum aus Aufwand zufolge Änderungen und Nutzen eines reduzierten Druckbedarfs!

Optimierung

Das Tabellenblatt enthält bereits alle 4 Varianten (Serie & Var. 1 bis 3), die mittels Zellendropdown zur Anzeige gebracht werden können.
Ja nach Variante wurden die Parameter “a” bis “i” und “Δl” mittels Solver variiert, um den erforderlichen Druck zu minimieren. Von 0° bis 180° finden sich nicht nur die geometrischen Abmessungen, sondern auch die Kräfte, welche in einem Diagramm angezeigt werden.

Klappmechanismus-Optimierung

Druckbedarf

Der erforderliche maximale Druck fällt von ursprünglich 85,8 (Serie) über 82,7 (Var. 1: -3,6%) und 77,0 (Var. 2: -10%) auf schließlich 58,0 bar (Var. 3: -33%).
Klappmechanismus-Druck

Animation

Diese zeigt aufeinander folgend alle Varianten.