CAD-Arbeitsplätze

Das Optimum ist nicht immer nur eine Frage der “sichtbaren” Kosten! Beispielsweise kann eine zu geringe Anzahl an CAD-Arbeitsplätzen frustbedingt sehr teuer werden.
Heutzutage dürfte es ohnehin üblich sein, dass jeder Konstrukteur einen ausreichend leistungsfähigen PC an seinem Arbeitsplatz hat, damit er die verwendete CAD-Software jederzeit adäquat nutzen kann. Anfang 1998, als alleine eine CAD-taugliche Grafikkarte noch ca. 80.000 öS kosten konnte, war dem nicht unbedingt so! Zwar war jedem Budget-Verantwortlichen und Manager auch schon damals klar, dass gar kein CAD-Arbeitsplatz nicht das Optimum darstellen konnte 😉 , aber dass gar ein jeder einen haben sollte, wohl auch nicht – und zwar bei weitem. Und so kann es schon vorkommen, dass sich 15 Konstrukteure 10 Plätze teilen müssen. Die dadurch erzwungene Vollauslastung mag die Verantwortlichen in Sicherheit gewogen haben. Da konnte man nichts falsch machen, denn “früher war es auch nicht anders”.
Statt als Betroffener “Dienst nach Vorschrift” zu machen, kann man natürlich auch versuchen, die Einschätzungen der Kollegen einzuholen und das ganze in Zahlen zu gießen.
Folgender Rechengang hat sich schließlich ergeben:

  • Die Gesamtkosten pro Jahr (KG) ergeben sich aus Kosten der Wartezeit pro Jahr (KW) und den Kosten für die CAD-Anlage pro Jahr (KC);
  • Die Kosten der Wartezeit pro Jahr (KW) ergeben sich als Produkt aus der Wartezeit ohne CAD pro Jahr (tWoC) und den Kosten eines Konstrukteurs pro Stunde (kK);
  • Die Wartezeit ohne CAD pro Jahr (tWoC) ergibt sich als Produkt aus einem Gesamtnutzungsgrad und der Zeit ohne CAD pro Jahr (toC);
  • Der Gesamtnutzungsgrad ergibt sich aus dem Nutzungsgrad ohne CAD bei Neuentwicklungen (NN) und dem Nutzungsgrad ohne CAD bei Tagesarbeit (NT) gewichtet durch den Anteil der Neuentwicklungen an der Jahresarbeitszeit (AN);
  • Die Zeit ohne CAD pro Jahr (toC) ergibt sich als Produkt aus der Jahresarbeitszeit (ta) und der Differenz der Anzahl der Konstrukteure (nK) und der CAD-Arbeitsplätze (nC);
  • Die Kosten der CAD-Anlage pro Jahr (KC) ergeben sich als Produkt aus der Anzahl der CAD-Arbeitsplätze (nC) und den Kosten eines CAD-Arbeitsplatzes pro Jahr (kC).

Die folgende Datei soll “nur” das Prinzip einer solchen Optimierung illustrieren. Sie kommt ohne Solver aus, wobei die Beantwortung mancher Fragestellung damit durchaus denkbar wäre, aber das überlasse ich Ihrer Fantasie: